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Stand: 01.11.2016

Pressemitteilung

Politik muss mehr für Wohnungslose tun

Die Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, Ulrike Kostka, wurde zur neuen Vorsitzenden der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (KAGW) gewählt. Als Vertreterin des Deutschen Caritasverbandes im Vorstand der KAGW setzt sich Kostka künftig auch bundesweit für die Anliegen wohnungsloser Menschen ein. Sie folgt Hartmut Fritz, der mehr als zehn Jahre als Vorsitzender der KAGW tätig war. Angesichts eines starken Anstiegs von Wohnungslosigkeit vor allem in Ballungszentren fordert die KAGW eine höhere Aufmerksamkeit der Politik. 2014 waren 335.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung. Bis 2018 wird mit einem weiteren Zuwachs um 200.000 gerechnet*.

"Papst Franziskus macht es uns vor. Wohnungslose Menschen müssen ins Zentrum von Politik, Gesellschaft und Kirche rücken. Wohnungslosigkeit muss ein Querschnittsthema aller Politikfelder werden. Gemeinsam mit der KAGW und dem Deutschen Caritasverband werden wir uns für eine sozial ausgerichtete Wohnungsbaupolitik einsetzen", erklärt Kostka. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes sind zahlreiche Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe überbelegt. Wohnungslose haben bei steigenden Mieten auf dem Wohnungsmarkt überhaupt keine Chance. Auch Familien sind zunehmend in der Wohnungslosenhilfe anzutreffen. "Wohnungslose Menschen leiden oft an vielfältigen Problemen wie Verschuldung, psychischen Erkrankungen und mangelnder Gesundheitsversorgung. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Ursachen dieser Problemlagen anzugehen und nicht abzuwarten bis sich die Situation weiter verschärft. Wir bieten der Politik unsere Expertise an, um zeitnah Lösungen zu finden", so die neue Vorsitzende der KAGW.

Die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vertritt in Deutschland 132 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in katholischer Trägerschaft und ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe. Im Zusammenwirken aller Ebenen kirchlich-caritativer Arbeit will die KAGW die Verarmung und soziale Ausgrenzung wohnungsloser Menschen verhindern und ihre Integration in die Gesellschaft voranbringen.



* Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) 2015