Unter dem Titel "#Zusammenhalt - Lösungen für ein besseres, krisenfestes und lebenswertes Berlin" macht die Caritas im Erzbistum Berlin 51 konkrete Verbesserungsvorschläge für die Stadt: mit dem Schwerpunkt auf Prävention, niedrigschwelliger Hilfe, verlässlicher sozialer und gesundheitlicher Infrastruktur und einer besseren Krisenvorsorge.
Das Papier richtet sich an die politischen Verantwortlichen im Berliner Abgeordnetenhauswahlkampf und versteht sich als Aufruf für ein soziales Berlin:
"Wer notwendige soziale und gesundheitliche Infrastruktur abbaut, verstärkt die Spaltung in der Stadt. Investitionen in das Soziale, Gesundheit und Bildung sind Grundsteine für gesellschaftlichen Zusammenhalt und den wirtschaftlichen Wachstum Berlins. Wir können es uns nicht länger leisten, soziale Krisen erst dann ernst zu nehmen, wenn sie bereits eskaliert sind. Wer Hilfen abbaut, produziert am Ende mehr Leid, höhere Folgekosten und einen Sozialstaat, der für viele Menschen nicht mehr erreichbar ist", sagt Prof. Dr. Ulrike Kostka, Caritasdirektorin für das Erzbistum Berlin.
"Hausarztpraxis für soziale Fragen" soll zentrale Anlaufstelle werden
Die Caritas wirbt deshalb unter anderem für den Ausbau der Allgemeinen Sozialen Beratung zu einer Art "Hausarztpraxis für soziale Fragen". Niedrigschwellige professionelle Anlaufstellen sollen Orientierung geben, frühzeitig beraten und passende Hilfe schnell vermitteln.
Denn viele Menschen scheitern nicht am fehlenden Angebot, sondern an unübersichtlichen Zuständigkeiten, Bürokratie und komplizierten Verfahren. Hier ist die Allgemeine Sozialberatung ein Gamechanger.
Kinder, Jugendliche und Menschen mit Beeinträchtigung nicht allein lassen
Ein weiterer Schwerpunkt sind angesichts drohender Streichungen die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung.
Cornelia Piekarski, Vorständin Fachpolitik der Caritas im Erzbistum Berlin: "Große Sorgen bereiten uns die Kürzungsdiskussionen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Eingliederungshilfe. Berlin muss sich hier und auf Bundesebene dafür einsetzen, dass in diesen Bereichen nicht gespart wird. Die Kinder- und Jugendhilfe ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt: Sie muss verlässlich finanziert und gesetzlich abgesichert werden."
Ebenso müssen Menschen mit Beeinträchtigungen selbstbestimmt leben können. Dafür braucht es verlässliche Unterstützung, barrierefreien Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnen und Arbeit.
Einbindung der Freien Wohlfahrtspflege in die Krisenstäbe des Landes
Zu einem starken und resilienten Berlin ist es außerdem dringend notwendig, der Freien Wohlfahrtspflege einen festen Platz in den Krisenstäben des Landes zu geben. Wer Berlin krisenfest machen will, darf das Wissen und die Erfahrung der sozialen Praxis nicht außen vorlassen.
"Wir brauchen Krisenstäbe, in denen die Freie Wohlfahrtspflege mit am Tisch sitzt. Wer Berlin krisenfest machen will, muss soziale Infrastruktur stärken und die soziale Praxis in politische Krisenentscheidungen einbeziehen. Das hat zuletzt der fatale Stromausfall im Januar im Südwesten Berlins deutlich gemacht. Wir haben in vielen Situationen gezeigt, dass wir Krise können. Dann lasst uns Wohlfahrtsverbände auch systematisch mitmachen in der Krisenvorsorge", so Ulrike Kostka.
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