Angesichts wachsender Anforderungen durch Ausfälle kritischer Infrastruktur und vermehrte Krisenlagen ist es richtig, den Schutz der Bevölkerung stärker in den Fokus zu rücken.
Aus Sicht der Caritas kann ein wirksamer Ausbau des Katastrophenschutzes jedoch nur gelingen, wenn die Freie Wohlfahrtspflege von Beginn an verbindlich in Planung, Ausstattung, Ausbildung und Einsatzkonzepte einbezogen wird. Ihre Dienste und Einrichtungen sind in Krisenlagen unverzichtbar: Sie erreichen ältere Menschen, Pflegebedürftige, Familien, Menschen mit Behinderung, wohnungslose Menschen und weitere besonders schutzbedürftige Gruppen direkt und niedrigschwellig.
Beratungsstellen, Pflegeeinrichtungen, Notunterkünfte und ehrenamtliche Netzwerke tragen wesentlich dazu bei, Menschen im Ernstfall zu erreichen, zu versorgen und zu stabilisieren. Die Caritas fordert daher, die Freie Wohlfahrtspflege als festen Partner in allen relevanten Abstimmungs- und Entscheidungsstrukturen zu verankern. Das heißt:
- Verbindliche Beteiligung: Die Freie Wohlfahrtspflege muss auf kommunaler und Landesebene fest in Krisenstäbe, Planungen und Übungen eingebunden werden und braucht einen Platz in den Krisenstäben der Länder.
- Gezielte Ausstattung: Soziale Einrichtungen brauchen eigene Notfallkonzepte, Schulungen und verlässliche materielle Unterstützung.
- Schutz vulnerabler Gruppen: Katastrophenpläne müssen die Versorgung von älteren, pflegebedürftigen, wohnungslosen und beeinträchtigten Menschen ausdrücklich mitdenken.
Ulrike Kostka, Direktorin der Caritas für das Erzbistum Berlin: "Katastrophenschutz endet nicht bei Sirenen, Fahrzeugen und Notfallplänen. Wer Menschen in Krisen wirklich schützen will, muss die soziale Infrastruktur von Anfang an mitdenken. Die Freie Wohlfahrtspflege kennt die Bedarfe besonders verletzlicher Gruppen, ist in den Kiezen verankert und muss deshalb verbindlich in die Planungen einbezogen werden."
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Björn Trautwein, Tel.: 0162 272 43 18, b.trautwein@caritas-berlin.de