URL: www.caritas-berlin.de/pressemitteilungen/zustaende-vor-dem-lageso-nicht-mehr-verantwortbar/705983/
Stand: 01.11.2016

Pressemitteilung

Zustände vor dem LAGeSo nicht mehr verantwortbar

Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin fordert den Berliner Senat zu sofortigen Schutzmaßnahmen für die wartenden Flüchtlinge am Berliner LAGeSo-Gelände auf. Zudem muss das Registrierungsverfahren so geändert werden, dass Flüchtlinge künftig in ihren Unterkünften auf die Registrierung warten können, erklärt die Caritasdirektorin Ulrike Kostka. Außerdem muss die Koordinierung der medizinischen Versorgung für Flüchtlinge in Berlin zügig vorangebracht werden, fordert die Caritasdirektorin.
Die humanitäre Lage der wartenden Flüchtlinge am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) spitzt sich immer weiter zu. Trotz der empfindlichen Kälte bilden sich inzwischen bereits zum ein Uhr nachts Warteschlangen. "Unter den Wartenden sind Kleinkinder, die zitternd und blau angelaufen in der Kälte stehen. Wir können nicht mehr ausschließen, dass Menschen sterben", so Ulrike Kostka. Die Caritas begrüßt die Eröffnung einer weiteren Registrierungseinrichtung in der Bundesallee. Da die Flüchtlinge jedoch weiterhin vom LAGeSo aus in die Bundesallee gebracht werden sollen, wird die Neueröffnung die Wartesituation am LAGeSo nicht entschärfen. Kostka fordert deshalb sofortige Maßnahmen der Winterversorgung für die Flüchtlinge. Die vorhandenen Zelte auf dem LAGeSo-Gelände müssen zudem auch nachts zugänglich gemacht werden. Außerdem müssen die Warteschlangen bei der Registrierung überdacht und beheizt werden.
Da eine Vielzahl der Flüchtlinge teilweise schwerwiegend erkrankt ist, verlangt Kostka zudem die sofortige Einrichtung eines Koordinierungsstabes für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen. Bei einem heutigen Treffen aller gemeinnützigen Flüchtlingsheimbetreiber mit Vertretern der Berliner Senatsverwaltung wurde der dringende Koordinierungsbedarf der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge von allen Trägern bekräftigt.